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Ausstellung: „Tree and Soil“

Sonntag, 9. Mai / 8:00 - 17:00

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Eine Veranstaltung, die im Abstand von 1 Tag(en) um 8:00am beginnt und bis Monday, 24. May 2021 wiederholt wird.

Aus Anlass des 10. Jahrestages der Nuklearkatastrophe von Fukushima zeigt das Museum im Kulturspeicher die Ausstellung „Tree and

Soil“ des niederländischen Künstlerpaares Robert Knoth und Antoinette de Jong erstmals in Deutschland. In einer eindringlichen Videoinstallation und fotografischen Bildern, die in den Jahren nach dem Unglück im verseuchten Sperrgebiet entstanden, thematisieren die Künstler*innen das vielschichtige Verhältnis von Mensch und Natur. Das Reaktorunglück von Fukushima im März 2011 wirkte weltweit wie ein Schock: In dem vermeintlich sicheren Atomkraftwerk fielen durch ein Erdbeben und einen folgenden Tsunami die Notstromaggregate aus, was in mehreren Reaktorblöcken eine Kernschmelze zur Folge hatte. Hoch radioaktive Substanzen traten in die Atmosphäre aus und verseuchten die gesamte Region im Nordosten Japans. Mehr als 120.000 Menschen mussten evakuiert werden und verloren ihre Heimat. Das Unglück in Japan zog ein
neues Bewusstsein für die vom Menschen nicht beherrschbaren Risiken der Atomkraft nach sich.
In Deutschland verkündete Angela Merkel einen Monat nach der Katastrophe den deutschen
Atomausstieg.
In den Jahren nach der nuklearen Katastrophe reisten die Künstler*innen Robert Knoth und Antoinette de Jong mehrfach in das Sperrgebiet. In Interviews mit den ehemaligen Bewohner*innen, in Foto- und Videoaufnahmen dokumentierten sie über Jahre hinweg die menschenleeren Orte und die einst gepflegten japanischen Kulturlandschaften, die von der Natur zurückerobert werden.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht eine Videoinstallation mit Aufnahmen der scheinbar unberührten Natur in der verseuchten Region. Die Filme mit ihren langen Einstellungen – fallender Schnee, vom Wind bewegte Blätter, Sonnenlicht, das durch das Laub bricht – sind von einer stillen, poetischen Kraft. Die radioaktive Bedrohung aber bleibt – wenngleich unsichtbar – anwesend. Die Vielschichtigkeit des Verhältnisses von Mensch und Natur findet einen weiteren Ausdruck in der Kombination eigener Fotografien aus der Sperrzone mit Naturalien und künstlerischen Darstellungen aus der im frühen 19. Jahrhundert zusammengetragenen Sammlung des Würzburger Arztes Philipp Franz von Siebold. Diese zeigt, wie tief die japanische Kultur in der Natur verwurzelt und von ihr inspiriert ist. Siebold steht aber auch für ein Zeitalter, in dem Forscher die Welt bereisten, um sie zu erkunden, zu ordnen und ihre Ressourcen für die Menschheit nutzbar zu machen – ein Vorspiel zum Anthropozän, in dem unser Planet durch menschliches Tun massiv gefährdet ist. Dies zeigt sich eindrücklich in Fukushima.

Robert Knoth und Antoinette de Jong
Antoinette de Jong (*1964) und Robert Knoth (*1963) behandeln mit den Medien Film, Fotografie und Installation komplexe soziale, ökonomische sowie politische Themen. Ihre Arbeiten werden weltweit ausgestellt, so zuletzt auf dem Fotofestival in Lianzhou, China, bei C/O Berlin, im Stedelijk Museum Amsterdam oder im Tokyo Metropolitan Museum of Photography. Ihre Werke wurden mehrfach ausgezeichnet. Im Jahr 2018 waren sie unter anderem für den Prix Europa sowie für den Prix Ars Electronica nominiert. Ihre 2020 erschienene Publikation „Tree and Soil“ war auf der Shortlist des Les Rencontres d’Arles Book Award 2020. „Tree and Soil“ wird 2021 neben dem Museum im Kulturspeicher im Fotomuseum Den Haag und im Kunst Haus Wien gezeigt. Begleitprogramm

Ein intensives Begleitprogramm greift verschiedene Fragestellungen der Ausstellung auf – das Verhältnis von Mensch und Natur, die Herausforderungen der Energiewirtschaft, aber auch das japanische Naturverständnis und seine Erforschung durch Philipp Franz von Siebold werden in Kooperationen mit unseren Würzburger Partnerinstitutionen beleuchtet. Aktuelle Informationen zum Begleitprogramm auf unserer Website (www.kulturspeicher.de) sowie in den sozialen Medien Facebook und Instagram

Details

Datum:
Sonntag, 9. Mai
Zeit:
8:00 - 17:00 Uhr
Kategorie:

Veranstalter

Museum im Kulturspeicher
Telefon:
0931/322250
Webseite:
www.kulturspeicher.de

Weitere Angaben

Sender
alle Sender

Veranstaltungsort

Museum im Kulturspeicher Würzburg
Museum im Kulturspeicher Würzburg, Oskar-Laredo-Platz 1, 97080 Würzburg + Google Karte
Telefon:
0931/322250
Webseite:
www.kulturspeicher.de